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FAQ

  1. Warum ist die Lieferzeit von Bestellfahrzeuge in anderen Ländern gelegentlich länger als in Deutschland?
  2. Warum werden in Dänemark neue Modell oft mit mehreren Wochen Verzögerung in den Handel gebracht?
  3. Warum beträgt die Einsparung bei Passat und Touran mehr als 25 %, teilweise bis über 30 %, bei UP oder Touareg aber nur 8 % ?
  4. Was ist ein Reimport ? Was ist ein "innergemeinschaftlicher Erwerb" ?
  5. Wenn man ein fabrikneues und bisher noch nie zugelassenes Auto im EU-Ausland Netto ohne Steuern kaufen kann: wann und wo muss ich dann wieviel Umsatzsteuer zahlen ?
  6. Was ist mit Zoll und Zulassung, wenn ich ein fabrikneues Auto im Ausland erwerbe ?
  7. Wenn ich bei einem dänischen Volkswagenhändler einen fabrikneuen Golf kaufe, gilt die Werksgarantie dann auch in Deutschland?
  8. Kann man Neuwagen mit deutscher Spezifikation kaufen ?
  9. Warum sind die Nettopreise fabrikneuer Autos in Dänemark viel niedriger als in Deutschland ?
  10. Warum ist bei Volkswagen der Preisunterschied (vor Steuern) zwischen Deutschland und Dänemark besonders hoch ?
  11. Wie groß sind die möglichen Handelsspannen der Vertriebsorganisationen Volkswagen Dänemark und Volkswagen Deutschland im Vergleich und ergeben sich daraus Ansätze für weitere Preissenkungen oder Nachlässe ?
  12. Warum bietet z.B. Volkswagen seine Autos in Dänemark häufig mit besserer Ausstattung an als in Deutschland ?
  13. Kann man z.B. einen Porsche oder einen Audi A7 in Dänemark genau so günstig erwerben wie ein normales Konsumerfahrzeug ?
  14. Kann man einen Geländewagen oder SUV wie z.B. einen Tiguan in Dänemark genau so günstig erwerben wie ein normales Konsumerfahrzeug ?
  15. Warum lohnt es nicht in Dänemark einen Kleinwagen wie z.B. einen VW-UP zu erwerben ?
  16. Gibt es einen legitimen Wettbewerb im europäischen Neuwagenvertrieb ?
  17. Dürfen markenunabhängige, freie Autohäuser fabrikneue Autos für den eigenen Handel erwerben ?
  18. Wenn nach EU-Recht freie Händler fabrikneue Autos nur im Kundenauftrag erwerben oder vermitteln dürfen: warum wird dann trotzdem überall eine Vielzahl von Reimporten ab Hof des Händlers als Neuwagen angeboten ?

  1. Warum ist die Lieferzeit von Bestellfahrzeuge in anderen Ländern gelegentlich länger als in Deutschland?

    Audi und andere Prämium-Hersteller aber auch Volkswagen mit einigen besonders nachgefragten Modellen stellen Produktionskapazitäten Ihrer Werke gern umsatzstarken und gewinnbringenden Märkten vorrangig zur Verfügung. Hierzu zählt auch der deutsche Markt, wo Kunden durchaus bereits neue Modelle bestellen können, die - abgesehen von Prototypen - noch kein Mensch je gesehen, geschweige denn gefahren hat. Andere Märkte, in denen weniger oder kaum Gewinne eingefahren werden wie z.B. in Dänemark, erhalten neue Modelle gelegentlich verzögert und/oder in Mengen, die genau abgezählt der üblichen Bestellquote des einheimischen Marktes entsprechen. Die von der Wettbewerbskommission in Brüssel erwartete Quote für den freien europäischen Handel kann dann erst mit Verspätung von vielen Monaten erfüllt werden. So werden Interessenten aus anderen Ländern über Wochen oder Monate mit der Ankündigung von sehr langen Lieferzeiten ferngehalten.

    Aus diesem Grunde bieten wir nur Neuwagen an die auch zur kurzfristigen Lieferung verfügbar sind, deren Lieferzeiten höchsten 6 Monate betragen, und deren Einsparungen zu deutschen Listenpreisen über 20 % liegen.


  2. Warum werden in Dänemark neue Modell oft mit mehreren Wochen Verzögerung in den Handel gebracht?

    Jeder Automobilkonzern muss Verkaufspreise für Neuwagen in Dänemark inkl. einer für uns ungewöhnlich hohen Zulassungssteuer von 150 %  am Markt platzieren. Bei jedem neuen Modell, insbesondere bei einem neuen Motorenkonzept, müssen steuerrelevante Zuschläge und Freibeträge (abhängig von sog. "Luxuskomponenten", insbesondere aber Verbrauchs- und Emissionswerten) jedes einzelnen Modelltyps mit dem dänischen Finanzministerium abgestimmt werden. Je nach Wettbewerbssituation und marktwirtschaftlichen Zielen wird dem dänischen Interessenten am Ende ein attraktives Serienmodell zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung stehen, wobei es für den Hersteller auf dem kleinen dänischen Markt weniger um Margen als um die Präsenz der Marke und seiner Modelle geht.


  3. Warum beträgt die Einsparung bei Passat und Touran mehr als 25 %, teilweise bis über 30 %, bei UP oder Touareg aber nur 8 % ?

    Passat und Touran haben in Dänemark etliche Konkurrenten, jede Marke bietet ähnliche Modelle an. Alle Wettbewerber statten ihre Modellversionen mit immer höherwertigerer Serienausstattung und weiteren Preisangeboten aus, um Marktanteile zu behaupten bzw. zu erringen. Volkswagen als aktueller Marktführer mit insgesamt nur 20.000 in Dänemark jährlich zugelassenen Neuwagen steht mit Peugeot als Nummer 2 und Ford als Nummer 3 im Ranking sehr nahe beieinander. Der jeweilige Marktführer kann seine Werbekampagnen für alle angebotenen Produkte natürlich sehr viel schlagkräftiger präsentieren um die Aufmerksamkeit der Kunden der Konkurrenz auf sich zu ziehen. Die Mindererlöse aus dem jährlichen Verkauf von ca. 5.000 Passat und Touran auf dem dänischen Markt mögen den Konzern etwa soviel kosten wie einige doppelseitige Anzeige in einer großen deutschen Tageszeitung.

    Der UP mit jährlich 10.000 verkauften Einheiten ist Dänemarks meist gekauftes Auto. Der Preis für dieses Auto ist inkl. der dänischen Steuern für den dänischen Verbraucher bereits sensationell günstig. Hier hat VW keinen Bedarf, den Preis herab zu setzen.

    Ein Touareg findet in Dänemark jährlich weniger als 10 Käufer. Für diese wenigen Kunden macht VW keine Sonderpreise. Diese kaufen das Auto, weil es eine Anhängezuglast von 3,5 to ziehen darf und der Käufer es für die Anhänger seiner Pferdezucht oder seiner Yacht benötigt. Alternativ böten sich hier noch Audi Q7 oder JEEP an, doch diese sind noch teurer und auch Millionäre sparen gelegentlich.


  4. Was ist ein Reimport ? Was ist ein "innergemeinschaftlicher Erwerb" ?

    Unter Reimport versteht man im Allgemeinen den Kauf von Produkten im Ausland, die vom Hersteller oder dessen Vertriebssystem im eigenen Land zu höheren Preisen vermarktet werden.

    Innerhalb der europäischen Union ist der Kauf von Kraftfahrzeugen in einem anderen Land jedoch ein "innergemeinschaftlicher Erwerb" und kein Reimport.

    Für den privaten Erwerb eines Kraftfahrzeuges ist in diesem Zusammenhang wichtig, dass das im europäischen Ausland erworbene Fahrzeug besonderen steuerlichen Regelungen unterworfen ist. So ist sichergestellt, dass unzugelassene, fabrikneue Fahrzeuge im europäischen Ausland immer zum Nettopreis und unabhängig von den dort geltenden Steuern und Abgaben erworben werden können.

    Ein Deutscher, der z.B. in Dänemark ein fabrikneues Auto zum dortigen, niedrigen Nettopreis kauft, unterliegt nur in Deutschland einer Fahrzeugeinzelbesteuerung. Dieses ist die Umsatzsteuer von derzeit 19 %, die an das Finanzamt gezahlt werden muss und somit den Fahrzeugpreis komplettiert.

    Der Vorteil für den Verbaucher liegt auf der Hand: einkaufen in dem EU-Land mit den niedrigsten Preisen vor Steuern und zulassen in Deutschland, dem Land mit der zweitniedrigsten Mehrwertsteuer in Europa.


  5. Wenn man ein fabrikneues und bisher noch nie zugelassenes Auto im EU-Ausland Netto ohne Steuern kaufen kann: wann und wo muss ich dann wieviel Umsatzsteuer zahlen ?

    Bei Kauf eines fabrikneuen, bisher nicht zugelassenen Pkw im innergemeinschaftlichen Erwerb der EU gilt:

    im Erwerbsland wird nur der Nettopreis gezahlt, Steuern werden nicht berechnet,
    Steuern sind in dem EU-Land zu entrichten, in dem das Fahrzeug zugelassen wird.

    Für Privatkunden, die in Dänemark ein Auto steuerfrei erwerben, gilt bei Zulassung in Deutschland:

    19 % Umsatzsteuer, bezogen auf den Fahrzeugnettopreis (Rechnungsbetrag) sind innerhalb von 10 Tagen an das deutsche Finanzamt zu überweisen.

    Für Unternehmen, die in Dänemark ein Auto steuerfrei erwerben, gilt bei Zulassung in Deutschland:

    19 % Umsatzsteuer, bezogen auf den Fahrzeugnettopreis (Rechnungsbetrag) sind bei der nächsten turnusmäßigen Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung durch Eintrag auf Seite 2 dem Finanzamt zu melden. Gleichzeitig wird dieser Betrag auf Seite 3 als Vorsteuer geltend gemacht. Somit entfällt die Zahlung der Umsatzsteuer und es entsteht ein Liquiditätsvorteil über diesen Betrag ab Rechnungserhalt bis zur Abgabe der jeweils nächsten Umsatzsteuererklärung.


  6. Was ist mit Zoll und Zulassung, wenn ich ein fabrikneues Auto im Ausland erwerbe ?

    Ein im EU-Ausland Netto gekauftes Neufahrzeug (ein sog. innergemeinschaftlicher Erwerb) kann einfach über alle Grenzen hinweg nach Deutschland transportiert oder gefahren werden. Da es innerhalb der EU keine Zollgrenzen gibt und somit auch keine Zollkontrollen, findet die steuerliche Erfassung und Abwicklung erst bei dem für den Wohnort zuständigen Finanzamt statt.

    Die Zulassung von EU-Neuwagen erfolgt ganz problemlos und völlig unkompliziert mit Vorlage des Kaufvertrages oder der quittierten Rechnung sowie dem COC, (EG-Übereinstimmungsbescheinigung mit Typengenehmigung), welches jedem fabrikneuen Auto, das in Europa auf den Markt kommt, vom jeweiligen Hersteller mitgegeben wird.

    Anders ist es mit richtigen Reimporten, also Fahrzeugen, die in einem Staat außerhalb der EU gekauft werden (z.B. USA). Hier findet ein richtiger Import statt. Zölle und Umsatzsteuer sind sofort bei Einfuhr zu entrichten. Für die Zulassung ist eine Einzelbetriebserlaubnis vom TÜV erforderlich, da diese Fahrzeuge nicht für den europäischen Markt gebaut wurden, keine europäische Typengenehmigung besitzen und daher Umrüstungen auf EU-Standard erforderlich sind.


  7. Wenn ich bei einem dänischen Volkswagenhändler einen fabrikneuen Golf kaufe, gilt die Werksgarantie dann auch in Deutschland?

    Eine europaweite Werksgarantie wird nicht vom Autohaus gewährt sondern vom Hersteller. Jedermann weiß, dass ein z.B. Berliner VW-Service-Partner einen in Bonn gekauften Volkswagen gerne aufnimmt, da durchzuführende Garantieleistungen vom Hersteller bezahlt werden.

    Niemand denkt darüber nach, mit einem in München gekauften Neuwagen im Garantiefall den Italienurlaub abzubrechen um den Wagen zu Volkswagen München zur Reparatur zu bringen. Natürlich fährt man zum VW-Service in seinem italienischen Urlaubsort und lässt den Garantiefall dort reparieren. Und sorgt für Freude beim Italiener, denn Volkswagen bezahlt.

    Daher ist es egal, wo in Europa das Auto gekauft wurde, die Werksgarantie gilt halt europaweit.

    Übrigens: kein Automobilhersteller lässt seine Kunden aus den Augen. Das VW-Autohaus in z.B. Kopenhagen betreut seine Kunden, egal wo, wenn der Hersteller eine Rückrufaktion startet. Nun wird sich der VW-Kunde allerdings wundern, wenn er nicht vom Kopenhagener Verkäufer darüber erfährt, sondern von einem Flensburger VW-Autohaus Post bekommt, wo er auf der Rückfahrt nach Süddeutschland Winterkompletträder aus dem VW-Programm hat montieren lassen. Der Grund ist, dass nun dieser VW-Service die Betreuung übernimmt. Um nicht noch Post vom italienischen VW-Service zu bekommen, wo während einer Urlaubsreise ein Garantiefall betreut und repariert wurde, empfiehlt es sich, sofort nach der Heimkehr vom Autokauf im Ausland auf der deutschen Internetseite des Hersteller den Zugang zum Kundenbereich zu suchen, sich dort einzuloggen und dem Hersteller unter Angabe der Fahrgestellnummer mitzuteilen, dass von nun an der örtliche VW-Servicebetrieb für dieses Auto zuständig sein soll. Diesem wird man verzeihen, wenn er alljährlich zur Reifenwechselzeit oder vor der Urlaussaison sommers wie winters mit seinen Angeboten auf sich aufmerksam machen möchte.


  8. Kann man Neuwagen mit deutscher Spezifikation kaufen ?

    Ja, seit 2007 dürfen jedoch nur noch Kleinserien mit einer nationalen Betriebserlaubnis hergestellt werden. Dieses betrifft z.B. Elektroautos, Spezialfahrzeuge usw.

    Nein, ab 2007 erhalten alle in Großserie gefertigte Kraftfahrzeuge eine europäische Betriebserlaubnis (Typengenehmigung) mit einheitlichen technischen Parametern. Daher sind alle, auch die für den deutschen Markt vorgesehenen Autos immer EU-Neuwagen. Grundlagen für den einheitlichen, gesetzlichen Standard setzt überwiegend die deutsche Politik. Diese sorgt im Sinne der deutschen Automobilindustrie dafür, dass sich kein Automobilhersteller in Europa Wettbewerbsvorteile dadurch verschaffen könnte, in dem er Neuwagen mit geringerem technischen Standard auf den Markt bringt.

    Zuständig für die Erteilung der Betriebserlaubnis von Neuwagen, die innerhalb der EU in den Handel gebracht werden, sind Behörden in den EU-Ländern, in denen der jeweilige Hersteller oder Importeur seinen Sitz hat. Für deutsche Automobilhersteller ist stellvertretend für die Kontrolle der Einhaltung der europäischen Vorschriften das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg zuständig. Nach den in 2015 und 2016 bekannt gewordenen Schummelpraktiken einiger deutscher Automobil-Hersteller übten europäische Regierungen Druck auf Deutschland aus, die industriefreundliche Praxis bei der Erteilung der Betriebserlaubnis für in Deutschland produzierte Neuwagen durch das KBA zu beenden. Ab 2017 sollen daher alle von deutschen Herstellern produzierte Neuwagen, für die das KBA künftig eine europäische Betriebserlaubnis zu erteilen hat, auf einer Teststrecke nahe Flensburg einer physischen Kontrolle bezüglich der Verbrauchs- und Abgaswerte unterzogen werden.

    Schweizer kaufen EU-Neuwagen in Konstanz oder Mailand, Österreicher in Rosenheim oder Bozen, Engländer in Rotterdam, Esbjerg oder Ostende und Deutsche kaufen EU-Neuwagen bevorzugt in Prag, Warschau oder Kopenhagen.

    Unterschiede gibt es weiterhin im Ausstattungsumfang. So liefern die (deutschen) Automobilhersteller ihre Basismodelle z.B. nach Osteuropa oft mit einem leicht reduzierten, nach Mitteleuropa (einschl. Deutschland) z.B. mit mittlerem und nach Skandinavien z.B. mit einem meist höherwertigeren Ausstattungsumfang.

    Offensichtlich richten sich die Automobilhersteller hier nach den landesspezifischen Marktverhältnissen und der Kaufkraft Ihrer potentiellen Kundschaft.


  9. Warum sind die Nettopreise fabrikneuer Autos in Dänemark viel niedriger als in Deutschland ?

    Wären die Nettopreise in Dänemark so hoch wie in Deutschland, könnten sich nur reiche Leute einen Neuwagen leisten, weil der dänische Staat von seinen Bürgern bei Erstzulassungen neben der Mehrwertsteuer von 25 % noch eine Zulassungssteuer von bis zu 150 % verlangt.

    Autos für Jedermann lassen sich in Dänemark nur verkaufen, wenn Automobilhersteller und Handel dort auf einen erheblichen Teil ihres Gewinns verzichten. Das senkt der Nettopreis und somit auch den Steueranteil. Ein möglichst niedriger Nettopreis aber auch die meist sehr hochwertige Serienausstattung der Neuwagen sind schließlich das Verkaufsargument der Automobilhersteller im Kampf um den dänischen Käufer.

    Wie schön, dass es den EU-Binnenmarkt gibt. Der erlaubt allen EU-Bürgern, dort Neuwagen zum Nettopreis zu kaufen wo sie am preiswertesten sind. Und Steuern zahlt man dann erst zu Hause. Das ist für spannend für alle die in einem Land leben, welches Neuwagenkäufer nicht mit hohen Steuern belastet.


  10. Warum ist bei Volkswagen der Preisunterschied (vor Steuern) zwischen Deutschland und Dänemark besonders hoch ?

    Volkswagen hat in Deutschland als Marke großen Erfolg, die Produkte des Konzerns verkaufen sich trotz höherer Preise besser als die der preiswerteren Konkurrenz.

    Dänemark hat keine eigene Automobilindustrie. Vor dem dänischen Verbraucher sind erst einmal alle Marken gleich. Um sich gegen die  bestens ausgestattete Konkurrenz der Japaner und Franzosen zu behaupten, muß Volkswagen seine Autos dort mindestens genau so hochwertig und trotzdem genau so preiswert anbieten. Preisbewusste dänische Käufer machen Volkswagen auch deshalb zum Marktführer in Dänemark, weil sie in den dänischen Volkswagen-Autohäusern mehr und mehr top ausgestattete Serienmodelle vorfinden die zu Preisen der Konkurrenz kaum Wünsche offen lassen.


  11. Wie groß sind die möglichen Handelsspannen der Vertriebsorganisationen Volkswagen Dänemark und Volkswagen Deutschland im Vergleich und ergeben sich daraus Ansätze für weitere Preissenkungen oder Nachlässe ?

    Das Werk, in dem z.B. der Caddy produziert wird, verkauft den kleinsten Caddy für nur ca. 9.000,- € Netto an Volkswagen Dänemark. Der dänische Volkswagen-Vertrieb (Volkswagen Dänemark als Großhandel mit 10 % und die dänischen VW-Autohäuser als Detailhandel mit 9 %) erhält eine festgesetzte Marge von insgesamt knapp 20 %. Einem VW-Händler verbleiben demnach (nach Abzug von Betriebskosten und Steuern) beim Verkauf dieses Autos eine Nettomarge von nur ca. 400,-€.

    Die Volkswagenwerke sind reine Produktionsbetriebe und haben mit dem weltweiten Vertrieb nichts zu tun. Hierfür sind Vertriebsorganisationen mit Ihren jeweiligen Händlernetzen zuständig. Strukturell setzen diese sich innerhalb des Konzerns zusammen aus den Regionen Vertrieb Deutschland, Vertrieb Europa und Vertrieb International.

    Diese erwerben die Fahrzeuge bei den Fabriken des Konzerns und legen für ihr jeweiliges Land die Verkaufspreise aber auch Rabatte bekanntermaßen sehr individuell fest. Genaue Zahlen liegen nicht vor aber es ist davon auszugehen, dass die Fabrik, die dieses Auto an Volkswagen Dänemark für ca. 9.000,- Netto verkauft, z.B. auch an Volkswagen Deutschland, Volkswagen USA oder Volkswagen China zum gleichen Preis liefern könnte.

    Wie an Hand der deutschen Preislisten zu ersehen ist, schlägt Volkswagen Deutschland auf fast alle Produkte des Konzerns erheblich mehr drauf, als andere VW-Vertriebe in den übrigen Ländern sich aus Konkurrenzgründen leisten können.

    Was der besagte Caddy in Deutschland Netto ohne MwSt. und Überführung kostet, kann jeder der deutschen Preisliste entnehmen. Hier verbleiben der deutschen Vertriebsorganisation Volkswagen Deutschland erhebliche Spielräume für Preisminderungen oder Sonderangebote. Diese erfolgen jedoch nur gelegentlich durch werbewirksam präsentierte, herabgesetzte  Sondermodelle.

     


  12. Warum bietet z.B. Volkswagen seine Autos in Dänemark häufig mit besserer Ausstattung an als in Deutschland ?

    Volkswagen lieferte seiner dänischen Tochter in der Vergangenheit Fahrzeuge mit mittlerem Ausstattungsumfang, etwa gleich zum Lieferumfang wie in Deutschland.

    Dieses führte zu einem für Volkswagen blamablen Rückgang in der jährlichen Verkaufsstatistik, weil dänische Kunden bevorzugt die sehr viel besser ausgestatteten japanischen oder französischen Autos kauften.

    Ab ca. 2008 präsentierte Volkswagen viele seiner neuen Produkte in Dänemark mit einen Lieferumfang der den Vergleich mit den wichtigsten Konkurrenten nicht zu scheuen brauchte bzw. sie sogar übertraf. Volkswagen hatte verstanden und wurde so in 2011 Marktführer auch in Dänemark.


  13. Kann man z.B. einen Porsche oder einen Audi A7 in Dänemark genau so günstig erwerben wie ein normales Konsumerfahrzeug ?

    Nein, Premiumfahrzeuge werden überall in Europa relativ hochpreisig angeboten, hier gibt es einfach keinen konkurrierenden Markt.

    Ein typischer dänischer Prämiumfahrzeugbesitzer ist mindestens vermögend und hat bereitwillig 2/3 des Kaufpreises an Steuern bezahlt. Er wollte dieses Fahrzeug und hat sicher nicht nach dem Preis gefragt...


  14. Kann man einen Geländewagen oder SUV wie z.B. einen Tiguan in Dänemark genau so günstig erwerben wie ein normales Konsumerfahrzeug ?

    Nein! Der typische dänische Käufer von Geländewagen oder SUV ist Förster, Landwirt oder sonstiger Gewerbetreibender.

    Gewerbekunden bekommen diese Autos zum halben Steuersatz mit einer Lastwagenzulassung, sobald diese Autos 2-sitzig mit Trennwand und Ladefläche hergerichtet werden. Wenn der dänische Staat hier auf einen Teil seiner Steuereinnahmen verzichtet ist es für jeden Automobilhersteller ein Vergnügen, nunmehr den Werksabgabepreis dieser Fahrzeuge auf mittleres europäisches Maß anzuheben.

    Ein normaler dänischen Neuwagenkäufer kauft sich wegen der hohen Steuern einen einfachen Polo oder Golf. Wenn sich ein vermögender Däne einen SUV wünscht, denkt er nicht an Volkswagen oder Audi sondern an Rover. Er braucht einen richtigen Geländewagen, denn den Bentley für die Fahrt zur Oper hat er bereits in seiner Garage.


  15. Warum lohnt es nicht in Dänemark einen Kleinwagen wie z.B. einen VW-UP zu erwerben ?

    Bei vielen Kleinwagen greift in Dänemark ein niedriger Steuersatz von nur 105 % statt 180 %. Weniger Steuern haben höhere Werksabgabepreise zur Folge.

    Ein UP aus Dänemark mit mittlerer Ausstattung würde daher ca. 11.000,-€ inkl. deutscher MwSt. kosten, nicht sehr viel weniger als in Deutschland.

    Die Nettomarge eines dänischen VW-Händlers beim Verkauf eines UP beträgt unter 300,-€ Verdient wird am After-Sales-Geschäft, und das natürlich nur an der einheimischen Kundschaft. An ausländischer Kundschaft besteht daher kein Interesse.


  16. Gibt es einen legitimen Wettbewerb im europäischen Neuwagenvertrieb ?

    Ja, wenn ein Endverbraucher ein fabrikneues Fahrzeuge zum eigenen Gebrauch erwerben möchte und Preise vergleicht.

    Entweder begibt man sich selbst in ein europäisches Nachbarland, kauft bei einem Marken-Vertragshändler ein preisgünstiges Wunschfahrzeug und fährt es (z.B. mit Kurzzeitkennzeichen) nach Hause. Sprachbarrieren oder Unkenntnis über den oftmals sehr spezifischen ausländischen Markt sind hier jedoch häufig die größten Hindernisse.

    Oder, und das ist der bequemere Weg, man beauftragt einen vertrauenswürdigen Kfz-Händler oder Vermittler, das fabrikneue Auto bei einem europäischen Marken-Vertragshändler zu erwerben. Hier arbeiten ausländische Vertragshändler und einheimische Vermittler sehr oft bereits jahrelang vertrauensvoll und zuverlässig zusammen.

    Dieser Vertriebsweg stärkt den Wettbewerb und wird zunehmend eine immer stärkere Konkurrenz zu den angestammten Vertriebsnetzen der Automobil-Hersteller

     

    Nein, wenn ein freier Kfz-Händler ein fabrikneues Fahrzeuge für den eigenen Handel erwerben möchte.

    Nicht nur das EU-Recht (GVO-Gruppenfreistellungsverordnung) sondern auch die von den meisten Herstellern dem Vertragshandel diktierten Verträge erlauben es den europäischen Marken-Vertragshändlern nicht, den freien Kfz-Handel ohne vorliegendes Kundenmandat mit fabrikneuen Fahrzeugen zu beliefern.

    Auf der einen Seite versetzt diese Gesetzgebung die Automobilhersteller in die Lage, über ihr eigenes selektives Vertriebsnetz die Qualität ihrer Produkte und die vorgeschriebene Handhabung bis zur Auslieferung an den Endkunden sicher zu stellen. Auf der anderen Seite jedoch behindert diese monopolartige Stellung den konkurrierenden freien Kfz-Handel, der im Interesse der Verbraucher stärker für einheitlich niedrige Preise im europäischen Vergleich sorgen könnte.


  17. Dürfen markenunabhängige, freie Autohäuser fabrikneue Autos für den eigenen Handel erwerben ?

    Ja, aber nur im Kundenauftrag. Das EU-Recht erlaubt Vermittlern für Endkunden fabrikneue Autos zu erwerben. Das Mandat muss mit einer Kundendokumentation (Vollmacht, Ausweiskopie etc.) nachgewiesen werden.

    Entscheidend ist, dass das Auto nach Auslieferung vom Endkunden auf sich zugelassen wird. Der Nachweis hierüber muss durch eine Kopie der Zulassung beigebracht werden. Die Hersteller überprüfen Ihre Vertragshändler regelmäßig, ob diese Kundendokumentationen vollständig und rechtmäßig sind.


  18. Wenn nach EU-Recht freie Händler fabrikneue Autos nur im Kundenauftrag erwerben oder vermitteln dürfen: warum wird dann trotzdem überall eine Vielzahl von Reimporten ab Hof des Händlers als Neuwagen angeboten ?

    Freie Kfz-Händler können im europäischen Markenhandel selbstverständlich wie jeder andere auch, fabrikneue Fahrzeuge als Endverbraucher zur eigenen Verwendung erwerben. Diese Fahrzeuge müssen zugelassen und genutzt werden. Darunter verstehen die Hersteller eine Fahrleistung von mindestens einigen Hundert Kilometern. Erst danach darf das Fahrzeug als Gebrauchtfahrzeug weiterverkauft werden.

    Erwirbt ein freier Kfz-Händler bei einem europäischen Marken-Vertragshändler ein fabrikneues Auto um es ohne Zulassung oder ohne Kundenmandat als Neuwagen zum Verkauf anzubieten, handelt es sich um Schleichbezug, den die Automobilhersteller mit allen rechtlichen Mittel, oft auch zum Nachteil der unwissenden Kunden, bekämpfen.

    Um den liefernden Marken-Vertragshändler, der ja weiterhin als Lieferant zu Verfügung stehen soll, gegenüber dem Hersteller nicht zu kompromittieren, erhalten diese fabrikneuen Autos eine Tageszulassung. Nach deutschem Recht dürfen diese Autos dann als Neuwagen mit Tageszulassung angeboten und verkauft werden.

    Da aber bereits mit Auslieferung bei dem europäischen Marken-Vertragshändler, wo der Zwischenhändler das Fahrzeug erworben hat, die Werksgarantie beginnt, sollten diese Fahrzeuge unmittelbar weiter verkauft werden. Neuwagen, die längere Zeit nicht weiterverkauft werden, verlieren zunehmend an Wert, da die Restlaufzeit einer Werksgarantie ständig abnimmt. Eine angebotene Garantieversicherung kann helfen, hat aber niemals den Umfang einer vom Hersteller gegebenen Garantie. Dieses bestätigen mehrere Urteile von Oberlandesgerichten und Bundesgerichtshof im Sinne der Verbraucher. Hiernach hat ein Fahrzeug mit Tageszulassung einen Mangel, wenn es als Neuwagen angeboten wird und die Herstellergarantie bereits vor mehr als 30 Tagen begonnen hat.

    Im Übrigen behandeln Autoversicherer Neuwagen mit Tageszulassung wie Gebrauchtwagen, denn diese Fahrzeuge haben einen Vorbesitzer. Das schließt in der Regel den Abschluss einer Kasko-Neuwagenversicherung aus, Schäden werden dann nur noch zum Zeitwert reguliert. Im Zweifel sollte die Versicherung konsultiert werden, um im Schadenfall gut versichert zu sein.


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